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Umwelthilfe fordert 22 Cent auf Plastiktüten

Umwelthilfe fordert 22 Cent auf Plastiktüten

Internationaler „Plastic Bag Free Day“: Deutsche Umwelthilfe fordert Lenkungsabgabe von 22 Cent auf Plastiktüten

Umwelthilfe fordert 22 Cent auf Plastiktüten  :

- 2,4 Milliarden unnötig verbrauchte Plastiktüten 
pro Jahr in Deutschland belasten die Umwelt 
- Freiwillige Selbstverpflichtung des Handels 
nicht ausreichend 
- DUH fordert eine wirksame gesetzliche Regelung 
zur Vermeidung umweltschädlicher Einweg-Plastiktüten 
sowie für Obst- und Gemüseplastikbeutel 
- DUH tritt für Abfallvermeidung durch Mehrweg-
Tragetaschen ein

Ein Alltag ohne Einwegplastiktüten ist das Ziel des internationalen „Plastic Bag Free Days“, der jedes Jahr am 3. Juli stattfindet. Von diesem Ziel trennen uns in Deutschland noch mehr als 2,4 Milliarden Plastiktüten, die jedes Jahr für die nur einmalige Nutzung verbraucht werden. Aneinander gelegt ließe sich unser Planet damit mehr als achtzehn Mal umrunden. Für Millionen Meerestiere und Vögel ist der Plastikmüll tödlich. Um den unnötigen Verbrauch von Plastiktüten endgültig zu beenden, fordert die Deutsche Umwelthilfe (DUH) die Einführung einer Abgabe von mindestens 22 Cent auf jede verkaufte Einweg-Plastiktüte. Verwendet werden sollte diese Abgabe zur Förderung von Mehrwegalternativen und Sensibilisierungskampagnen zur Abfallvermeidung.

„Alle Selbstverpflichtungen der Wirtschaft sind bislang gescheitert. Die Verschmutzung unserer Landschaft und die Plastikpartikel in Flüssen, Seen und Meere führen selbst in afrikanischen Staaten zu gesetzlichen Verboten. In Deutschland hat unsere Bundesregierung ein großes Herz für die Kunststoffindustrie und verweigert eine wirksame gesetzliche Regelung, wie wir sie in immer mehr Ländern sehen. Wir fordern eine Lenkungs-Abgabe von mindestens 22 Cent auf Einweg-Plastiktüten. Deutschland sollte sich an progressiven Staaten wie Irland und Dänemark orientieren, wo durch dieses Instrument nur noch 14 bzw. vier Plastiktüten pro Kopf und Jahr verbraucht werden“, fordert der DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. Für Resch bietet die freiwillige Selbstverpflichtung des Handels zu viele Schlupflöcher. Viele Händler fühlen sich nicht an die Selbstverpflichtungserklärung gebunden oder machen mit dem erzielten Verkaufspreis sogar noch ein gutes Geschäft.

„Zum Plastiktütenverbrauch von 2,4 Milliarden Stück pro Jahr kommen nochmal drei Milliarden Obst- und Gemüsebeutelchen aus Kunststoff hinzu. Die Bemühungen zur Vermeidung von Plastiktüten sollten deshalb auch auf die besonders kleinformatigen Tütchen ausgeweitet werden. Für den Transport von Obst und Gemüse gibt es inzwischen wiederverwendbare Mehrwegnetze als Alternative. Einige Supermarktketten haben das Gewicht von Mehrwegnetzen inzwischen in das Kassensystem integriert und ziehen dieses beim Wiegen von Obst und Gemüse automatisch ab. Das ist ein guter Anfang“, sagt der DUH-Leiter für Kreislaufwirtschaft Thomas Fischer.

Nach Schätzungen der DUH setzen zwischen 20 und 30 Prozent der Verbraucher, die vorher Einweg-Plastiktüten genutzt haben, nun auf Einweg-Papiertüten. Allerdings sind auch Einweg-Papiertüten keine ökologische Alternative. „Zwar werden Papiertüten im Fall einer falschen Entsorgung in der Umwelt schneller zersetzt, aber für deren Herstellung werden besonders viel Energie, Wasser und Chemikalien benötigt. Um dieselbe Zugfestigkeit zu haben wie Plastiktüten, sind Papiertüten fast doppelt so schwer. Daher sollten Verbraucher nicht auf Papiertüten ausweichen, sondern Mehrwegtaschen, Einkaufs- bzw. Fahrradkörbe, Klappkisten, Rucksäcke und andere Mehrwegalternativen verwenden“, sagt Fischer.

Links: Hintergrundinformationen zur Plastiktüte und umweltfreundlichen Alternativen: www.kommtnichtindietuete.de

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